Baugeschichte 1917-1923

Am 22. Mai 1914 war bei der Königlichen Eisenbahndirektion in Saarbrücken der Auftrag des Handelsministers Reinhold von Sydow eingegangen, "nunmehr ausführliche Vorarbeiten für eine neue Moselbahn mit einem Rheinübergang bei Neuwied herzustellen". Der Minister verfügte im Juni 1915, dass die Eisenbahndirektion ihre Pläne sofort vorlegen solle, "da die Bauten, deren Ausführung längere Zeit in Anspruch nehmen wird, wie Tunnels und Brücken, baldmöglichst ausgeschrieben werden, damit sich die Inangriffnahme und Fertigstellung dieser Bauten nicht verzögernd auf die Vollendung der ganzen Bauausführung auswirkt."

Blick auf den Sohlenstollen (Treis Nordportal) Quelle: Bilfinger SE Mannheim
Die Maurerkolonne beim Setzen der Portalkranzsteine. Quelle: Bilfinger SE Mannheim

1917 begann der Bau der geplanten rechtsufrigen Moselbahn aus militärstrategischen Gründen. Die Bauarbeiten der Anschlußstrecken und des voraussichtlich 2565m langen Tunnels durch das Grauwackengebirge zwischen Bruttig und Treis übernahm die Mannheimer Firma Grün & Bilfinger A.G. Der Ausbau der Strecke dauerte mit Unterbrechungen durch Kriegseinwirkung, bautechnische Schwierigkeiten und Witterung etwa 6 Jahre.

Entlüftungsschacht Valwigerberg

Bei der Entlüftung des Treiser Tunnels entschied man sich für den Bau eines 198,5 m tiefen und im Durchschnitt 5,0 m betragenden Saugschachtes. Eine vergleichbare Anlage befand sich zu dieser Zeit nur im Severn-Tunnel, Großbritannien.

Zum Jahresbeginn 1917 begannen die Rodungsarbeiten auf der, speziell für diese baulichen Zwecke von der Königlichen Eisenbahndirektion Saarbrücken, Neubauabteilung Coblenz erworbenen, 5.758 m² großen Grundstücksfläche auf dem Valwigerberg. Da die Schachtarbeiten von Tag (oberirdisch) aus betrieben wurden, nutzte man die erworbene Grundstücksfläche auch als Aussatzstelle für die Ausbruchsmassen des Entlüftungsschachts.

Eigens für die Baustelle am Entlüftungsschacht des Treiser Tunnels errichtete
die Firma Grün & Bilfinger einen Lager- und Materialschuppen, eine Werkstatt und ein Maschinenhaus. Des Weiteren zweigte man eine Leitung für die Stromversorgung zur Schachtbaustelle ab. Neben den Gebäuden erstellte man Fundamente für stationäre Baumaschinen wie Aggregate und Kompressoren, die zum Teil mit Dampf oder Schweröl betrieben wurden.

Der 10,5 Meter hohe Schornstein des 198,5 m tiefen Entlüftungsschachtes. Quelle: Reinhold Dören, Bruttig

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