Sprengung der Untertage-Verlagerung A7-ZEISIG

Im September 1947 wurde der Treiser Tunnel im Auftrag der französischen Besatzungsmacht von einer deutschen Baufirma jeweils an den beiden Tunneleingängen und mehrfach im Inneren gesprengt.

Was befindet sich heute noch im gesprengten Tunnel?

Aufgrund des engen Zeitrahmens der Demontage durch eine Baufirma befinden sich zumindest im vorderen Bruttiger Abschnitt noch zwei große verrostete Radiallüfter, Rohrleitungen verschiedenster Art, Stahlträger und Stromverteilerkästen. Im verschlossenen restlichen Tunnel befinden sich noch die Reste von drei großen gemauerten Tunnelöfen. Weitere Angaben wären reine Spekulation.

Sicherung des Tunnelgeländes und Trümmerbeseitigung

1971 rückte die gesprengte Rüstungsfabrik A7-ZEISIG wieder in den Fokus der Behörden. Die Ortsgemeinde Bruttig unterrichtete die Bundesvermögensstelle in Koblenz über die gesprengte militärische Anlage, welche offenbar eine große Gefahr für Leib und Leben darstellte. Nach Angabe der Gemeindeverwaltung Bruttig lösten sich immerzu Betonbrocken von dem im Moselhang stehenden gesprengten Betonschutzbau und rollten auf die Landstraße 98. Unverzüglich wurde die gesprengte Anlage von der Bundesvermögensbehörde besichtigt und als Gefahrenstelle eingestuft.

Die zwei sanierten Zweckgebäude am Bruttiger Moselhang Die zwei sanierten Zweckgebäude am Bruttiger Moselhang. Quelle: Pringnitz

Sicherung des Schutzblocks an der L98 Bruttig-Fankel

Die Betonabdeckung des verbunkerten Pumpenhauses am Böschungsfuß des Weinberghanges, direkt am Rande der Landstraße 98, wurde nach Kriegsende gesprengt. Diese drohte, in einer Größe von etwa 10m x 10m und einer Dicke von 3m auf die Straße abzurutschen und bildete somit eine erhebliche Gefahr. Durch Unterfütterung und Abfangung mit Füllbeton wurde die Abdeckung gesichert und die Gefahr beseitigt.

Saniertes verbunkertes Pumpenhaus an der L98 Saniertes verbunkertes Pumpenhaus an der L98. Quelle: Pringnitz

Auf Treiser Seite

Durch die Entfestigungssprengung der Besatzungsmacht wurden große Bauwerksteile des Zugangsschutzbauwerkes weit im Gelände verstreut. Es handelte sich um ca. 15.000 bis 20.000m³ kubisch bewehrten (16mm Rundstahl) Stahlbeton. Die ca. 3 bis 3,5m starken Decken und Wandteile lagen bis zu 10m Höhe in Schräglage im Gelände und bildeten nicht nur eine erhebliche Absturz-, sondern durch das Vorhandensein vieler spitzer Moniereisen (z. T. leicht überwachsen und deshalb unsichtbar) eine starke Verletzungsgefahr. Da das Gelände in zunehmendem Maße von Besuchern von Campingplätzen benutzt und von Spaziergängern begangen wurde, waren Sicherungsmaßnahmen zur Beseitigung der vorhandenen Gefahren für Leben und Gesundheit im Sinne des § 19 II Nr. 1 AKG unerlässlich.

Historisches Foto: Gesprengtes, verbunktertes Kesselhaus auf der Treiser Seite
Historisches Foto: Gesprengtes, verbunktertes Kesselhaus. Die Trümmer wurden während den Sicherungsmaßnahmen entfernt. Quelle: Firma Werner

Vorgeschlagene bzw. erforderliche Sicherungsmaßnahmen

Da eine Umzäunung des großflächigen Gefahrenkomplexes, bedingt durch die unterschiedlichen Grundbesitzverhältnisse, nur schwer realisierbar war, sich zudem erfahrungsgemäß als Dauerlösung als ungeeignet herausgestellt hatte, wurden folgende Maßnahmen vorgeschlagen:

  • Beseitigung aller Betonteile, soweit sie nicht in die Erde eingelassen waren, durch Einsprengung
  • diese Einsprengung musste so kleinstückig erfolgen, dass die Trümmer dicht in das Innere der Anlage bzw. neben ihr in vorher ausgebaggerte Gruben verfüllt werden konnte
  • die Eisen waren abzubrennen, damit sie nicht später wieder aus den mit Erde überdeckenden Betonteilen herausragen
  • die im Boden steckenden Betonteile waren durch sauberes Abbrennen der Moniereisenenden gefahrlos zu machen
  • größere Trümmer in den Wiesen am Moselufer waren zweckmäßig zu sprengen und wegzuschaffen

Die Gesamtmaßnahme wurde in der Zeit vom 07.11.1974 bis 18.05.1977 durchgeführt

Trümmerteil am Treiser Tunnel Trümmerteile am Treiser Tunnel. Quelle: Pringnitz

Trümmerteil mit Baum Trümmerteil mit Baum. Quelle: Pringnitz

Absturzbauwerk mit Kaskade zur Entwässerung. Quelle: Pringnitz


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